IX Fortas - Das 9. Fort von Kaunas

An ein dunkles Kapitel der litauischen Geschichte erinnert die Gedenkstätte im IX Fort, wo während der deutschen Besatzung zahlreiche jüdische Menschen aus ganz Europa ermordet wurden.

Am nördlichen Stadtrand neben der Autobahn in Richtung Klaipeda steht das IX. Fort. Die Kasematten und Baracken der Festung dienten schon dem Regime Smetona als Gefängnis für politische Gefangene.

 

Im 1.ten Weltkrieg hofften die Russen den näherrückenden Deutschen von hier mehrere Monate Widerstand leisten zu können. Die Festung wurde jedoch schon nach wenigen Tagen von den Deutschen Soldaten eingenommen.

 

Später, während der Besetzungszeit im 2.ten Weltkrieg hatten die Nazis hier ein KZ mit der Bezeichnung "Fabrik Nr. 1005 B" eingerichtet. In Gräben neben dem Fort wurden massenweise erschossene Menschen verbrannt und verscharrt. Zunächst waren es die Juden aus dem Ghetto von Kaunas (etwa 80 000), dann auch aus anderen Ländern, aus Österreich, Belgien, der Tschechoslowakei, Polen, Holland (etwa 10 000), aus München (etwa 1000) und schließlich russische Gefangene (etwa 10 000).

 

1984 wurde an dieser Stelle eine gewaltige Gedenkanlage für diese Opfer der Barbarei errichtet. Die drei riesigen Betonplastiken der Bildhauer Gediminas Baravykas und Vytautas Vielius symbolisieren "Leid", "Kampf" und "Sieg". In der ruhigen Landschaft und neben dem dunklen Fort bilden die wild bewegten Kompositionen durchaus einen ungewöhnlichen Kontrast.

 

Eine Besichtigung der Anlage ist zu empfehlen. Zu sehen sind viele Fotos, Fundstücke von Insassen, Berichte und Geschütze. 2005 wurden Führungen auch in englischer Sprache angeboten.

 

Bildergalerie "IX Fort"

"IX Fort" auf Google-Maps

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